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Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman

ein Hörspiel von Laurence Sterne, BR 2015 / der hörverlag


⏰ ca. 420 Min.

🎬 Regie: Karl Bruckmaier

Übersetzung: Michael Walter

🛠 Bearbeitung: Karl Bruckmaier

🎼 Musik: Robert Forster, Rober Coyne, Chris Cutler

🎤 Mit: Stefan Merki, Peter Fricke, Anna Drexler, Hans Kremer, u. v. a.

Dieses Buch beginnt mit der liebevoll und langwierig geschilderten Zeugung Tristram Shandys und endet vier Jahre vor dessen Geburt – der Rest sind Abschweifungen: Es geht hier um das Aufziehen von Uhren, die Bedeutung von Vornamen, von Nasen und Brüsten, um Festungsbau, Beschneidung, Hebammen, Ärzte, die Liebe, Witwen, den gerechten Krieg, Verwundungen, Zangengeburt, Knopflöcher, Schlüssellöcher und vieles mehr, was auch heutige Hörer interessieren dürfte. Vor allem wenn es so charmant, klug und lustig daherkommt wie dieses Meisterwerk der englischen Literatur, das wie fürs Hören gemacht ist – sind wir nicht alle ein bisschen Tristram Shandy?

Der BR sendet vor der Ursendung:

Mira Alexandra Schnoor
Empfindsame Reise zu Tristram Shandy und seinem Schöpfer Laurence Sterne.
Eine Annäherung in fünfzehn Kapiteln

Realisation: Mira Alexandra Schnoor
BR 2015
ca. 53 Min.

Seinen ersten Roman schrieb er in einem Alter, in dem, so Virginia Woolf, andere bereits ihren zwanzigsten verfasst hatten. Als 1759 die ersten Bände von Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman erschienen, war der Autor Laurence Sterne in der literarischen Welt völlig unbekannt. Der 1713 in Clonmel in Irland geborene Sterne hatte seit 1738 eine Pfarrstelle in Yorkshire inne. Er war verheiratet, Vater einer Tochter und führte ein überschaubares Leben in der englischen Provinz. Und dann, mit 46 Jahren, veröffentlichte der Landpfarrer die ersten Bände eines Romans, der nichts Geringeres war als eine literarische Sensation, nicht nur in England, auch auf dem Kontinent, vor allem in Deutschland. Viele der wichtigsten Schriftsteller seiner Zeit gehörten zu seinen Bewunderern: Lessing und Wieland, Diderot und Goethe, später Jean Paul, James Joyce, Virginia Woolf, Arno Schmidt und viele mehr. Sterne hatte einen Bestseller geschrieben, was aus vielerlei Hinsicht bemerkenswert ist: Er hatte als Schriftsteller noch keine Erfahrung und machte sich gleich mit seinem Erstling an ein neun Bände und nahezu 800 Seiten umfassendes Werk. Ein „work in progress“, an dem er über acht Jahre hinweg weiterschrieb. Der Philosoph Friedrich Nietzsche, auch er ein großer Verehrer, nannte Sterne den „freiesten Schriftsteller aller Zeiten“. Frei war er, weil er sich an keine Regel, keine Konvention der Romanliteratur hielt. Sei es die Chronologie einer Geschichte, die Linearität einer Handlung, die graphische Gestaltung des gedruckten Buches, die Verwendung von Satzzeichen, die Ökonomie des Aufbaus, egal welchen Aspekt der Romanschriftstellerei man herausgreift, Sterne brach die Regeln und schuf sich sein ganz eigenes System. Das war eine recht große Herausforderung an sein Publikum. Viele folgten ihm bereitwillig und mit großem Genuss, andere verweigerten sich. Weshalb Sterne in einem Brief ironisch-verzweifelt ausrief: „Es ist eine schwere Aufgabe, Bücher zu schreiben und (dann) Köpfe zu finden, die sie verstehen.“ Sein zweites bekanntes Werk war die Empfindsame Reise durch Frankreich und Italien. Auch hier schrieb er sich die Regeln für einen Reisebericht selbst. Die Empfindsamkeit im Titel gab einer literarischen Epoche den Namen. Sternes Leben war an äußeren Ereignissen nicht gerade reich, es fand mehr in seinem Inneren, seiner Phantasie statt. Geschuldet war das auch der Tuberkulose, unter der er viele Jahre litt und an der er 1768 in London starb.

Mira Alexandra Schnoor, geb. 1962 in Manchester. BR-Sendungen, u. v. a. Porträts von Herman Melville, Gertrude Stein, Virginia Woolf. Essays zu Döblins Berlin Alexanderplatz, Thomas Manns Doktor Faustus, Kafkas Der Process, James Joyce’ Dubliner, Michail Bulgakows Meister und Margarita.


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Vorstellung im OhrCast

Ursendung: 11.10.2015

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 17.03.2018

📥 Link zum Download


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