Logo

hoerspieltipps.net

Planetenfeuer

ein Hörspiel von Max Haushofer, BR 2010


⏰ 84 Min.

🎬 Regie: Martin Otter

🛠 Bearbeitung: Martin Otter

🎼 Musik: Christoph Nicolaus

🎤 Mit: Florian Fischer, Christian Lerch, Tobias Lelle, Caroline Ebner, u.a.

Max Haushofers einziger Roman Planetenfeuer, 1899 erstmals und einmalig erschienen, entwirft München im Jahr 1999: In Deutschland hat sich der Staatssozialismus seit 100 Jahren bewährt. Das Land blüht, die Gesellschaft ist hoch entwickelt. Die Großindustrie ist zum Teil verstaatlicht, die Hälfte der Bevölkerung besteht aus Staatsdienern und Pensionisten. Phantastische Erfindungen machen allen das Leben leichter. Die elektrische Flugbahn hat das Reisen pfeilschnell gemacht, in der Stadt bewegen sich die Menschen auf Rollschuhen fort. Pantoskope, glänzende Scheiben aus schwarzem Glas, sind das Medium, mit dem die Menschen weltweit in Ton und Bild miteinander kommunizieren. Brillen, die direkt mit dem Gehirn verbunden werden, lassen Blinde wieder sehen. Das Gedankenlesen ist zur erlernbaren Kunst geworden. Eine geheime Gesellschaft von Wissenschaftlern bringt Tote wieder zum Sprechen. Trotz des allgemeinen Wohlstands herrscht in allen Bevölkerungsschichten eine nervöse Stimmung. Die Menschen berauschen sich mit legalen narkotischen Mitteln und sind von einer grauenhaften Krankheit bedroht, bei der sie sich, von umherirrenden Elektrobündeln infiziert, auf offener Straße zu Tode lachen. Die Nachricht einer drohenden Katastrophe versetzt die Welt in endgültige Aufruhr: Zwei ferne Planeten sind zusammen gestossen und haben ein riesiges Trümmerfeld im All hinterlassen. Die Erde rast unaufhaltsam auf dieses Planetenfeuer zu. Der Weltuntergang droht.
In dieser Endzeitstimmung treffen in München die Freunde Georg Santen und Heinz Ruthardt auf die Freundinnen Ethel Tank und Ortrud von Haag. Sie verbringen die letzten Wochen vor dem Untergang mit gemeinsamen Ausflügen und Diskussionen über die Vor- und Nachteile der modernen Zeiten, in denen sie leben.

Planetenfeuer ist Haushofers Vermächtnis und Utopie. Der Roman changiert zwischen verblüffender Hellsichtigkeit und erschreckender Analyse einer möglichen Zukunft, die Licht und Schatten voraus wirft und ist zugleich ein wichtiges Dokument des Fin de siècle.


Max Haushofer (1840 - 1907); Dichter und Professor für Nationalökonomie und Statistik. Mitglied verschiedener Münchner Literaturzirkel, u.a. Die Zwanglosen; Das Krokodil. Zahlreiche literarische Werke, u.a. Geschichten zwischen Diesseits und Jenseits (1888); Die Verbannten (1890)

hoerspielTIPPs.net:
«Max Haushofer gelingt mit "Planetenfeuer" eine Zukunftsvision, die durch ihre Genauigkeit der Vorhersage doch schon beeindruckt. Die Trefferquote liegt mindestens auf Jules Verne-Niveau, ich würde sogar sagen, deutlich darüber. Ob Videotelefonie oder Rollschuhe, viele Dinge finden sich in den Grundkonzepten wieder, wenngleich der technische Weg ein wenig anders gegangen wurde, als es Haushofer vorhergesehen hat. Diese Weitsicht ist die eigentliche Überraschung - dem Hörspiel selbst gelingt es kaum, zu fesseln.

Das liegt weniger am trivialen Plot oder der abgehobenen philosophischen Komponente, sondern an der sehr spröden Umsetzung des BR. Den Machern dort gelingt es wieder einmal nicht, eine Geschichte zu erzählen, ohne dass man sie mit inszenatorischen Besonderheiten versetzt und mit aufgesetztem Kunstbrimborium Bedeutsamkeit suggeriert. Dabei wirkt es noch nicht mal besonders professionell. Die Sprecher lesen oft bloß ab, Hör"spiel" kommt hier kaum wirklich auf.

Es ist bitter schade um die gute und hörenswerte Geschichte, die sich Max Haushofer erdacht hat. In den Händen eines Produktionsteams, das die Geschichte um ihrer selbst Willen erzählt, wäre sie sicherlich gut aufgehoben gewesen. Hier versucht man zu sehr etwas Besonderes zu schaffen, so dass man sich letztlich in eine Sackgasse begibt.»

Vorstellung im OhrCast

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 25.03.2017

📥 Link zum Download


...





Unterstützen Sie hoerspieltipps.net.
Haben Sie einen Fehler auf dieser Seite gefunden? Haben Sie Anmerkungen, Änderungswünsche zur dieser Präsentation des Hörspiels?
Schicken Sie mir eine Mail mit einem kurzen Hinweis. Vielen Dank!