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Morgen des Zorns

ein Hörspiel von Jabbour Douaihy, NDR 2014


Regisseurin Barbara Liebster, Tatja Seibt als Kâmleh und Maximilian von Pufendorf als Elia - Bild: NDR/Jann Wilken
Jabbour Douaihy war acht Jahre alt, als es in seinem Heimatort im Norden des Libanon im Juni 1957 während einer kirchlichen Trauerfeier zu einem blutigen Massaker unter den Mitgliedern seines Clans und denen einer verfeindeten Familie kam. Der Blutfehde (beide Clans waren maronitische Christen) fielen 24 Männer zum Opfer. Fast könne dieses Ereignis wie eine "Generalprobe" auf den libanesischen Bürgerkrieg (1975 – 1990) begriffen werden, so der Autor. Denn der schreckliche Vorfall spaltete die kleine Stadt und eröffnete eine lang anhaltende Phase erbitterter bürgerkriegsähnlicher Auseinandersetzungen. Ehemals befreundete oder familiär verbundene Menschen standen sich fortan als erbitterte Feinde gegenüber. Douaihy legt seinen Roman als eine historische Recherche an: Er schickt Elia, den Sohn eines seinerzeit ermordeten Mannes, auf die Spurensuche. Elia bringt die Dorfbewohner zum Sprechen – wie auch zum beredten Schweigen. Dabei entsteht kein homogenes Bild, keine objektive Wahrheit, sondern eine multiperspektivische vielstimmige Erzählung, die den Konflikt und seine Genese verstehbar macht.

Jabbour Douaihy, 1949 in Zghorta im Nordlibanon geboren, Professor für französische Literatur an der Universität Beirut, zählt zu den bedeutendsten Intellektuellen des Landes, veröffentlichte mehrere Romane, Erzählungen und Kinderbücher.

Ursendung: 30.11.2014


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