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Radiotatort (19) Die gelben Laster

Kriminalhörspiel - ein Hörspiel von Matthias Wittekindt, NDR 2009


Norbert Schaeffer - Bild: NDR/Fritz Meffert
Die Hamburger Kommissarin Bettina Breuer und hat ihren V-Mann, den Musiker Jac Garthmann, auf Gut Nepern in der Nähe von Schwerin eingeschleust. Dort trifft sich seit einigen Jahren eine illustre Gesellschaft von Autobahnbauern und Investoren. Nach Aussage eines Informanten läuft bei der Lückenschließung der A 14 "eine Riesenschweinerei, die Menschen gefährdet". Zunächst bestätigt sich der Verdacht nicht. Doch als Garthmann einige der Damen und Herren auf Wildschweinjagd begleitet, wird Frau Schmude, eine passionierte Jägerin und Inhaberin einer örtlichen Altlastenentsorgungsfirma, von einer Kugel tödlich getroffen. Kein Zufall, sondern Mord, wie ein Schweriner Ermittler und die angereiste Bettina Breuer bald eindeutig wissen. Als Täter kommen zunächst drei Jäger und der inzwischen spurlos verschwundene Informant infrage. Oder ist etwa Madeleine, die auf den zweiten Blick höchst attraktive Küchenchefin, in den Fall verwickelt? Und worum geht es eigentlich? Um Preisabsprachen beim Autobahnbau? Um illegale Entsorgung verseuchten Bodens? Um Spekulationen mit Grund und Boden? Die Honoratioren der Stadt haben viel zu feiern: Die Autobahn bringt Aufschwung nach Bad Schwarzberg. Die Investoren für eine Kurklinik erster Kategorie sind gefunden.

Matthias Wittekindt, 1958 in Bonn geboren, lebt in Berlin. Er studierte Architektur und schreibt Theatertsücke, Drehbücher (auch für den Fernseh-Tatort) und Hörspiele. "Das Lewskow-Manuscript" (NDR 2005) wurde mit dem Kurd- Laßwitz-Preis ausgezeichnet.

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«Matthias Wittekindt greift in seinem neuen Tatort die Geschichte in die reale Umgebung des Autobahnausbaus der A14. Darin etabliert er einen (hoffentlich) fiktiven Plot um Spekulation, Altlastenentsorgung und Mauscheleien. Natürlich darf auch ein Mord nicht fehlen.
Das Ganze fordert die Spielzeit von 55 Minuten schon ordentlich und kann auch nicht allen Punkten wirklich gerecht werden. Insgesamt wirkt es thematisch etwas zu überladen. Andererseits schafft es auch eine breitgefächerte Motivlage, die die Jagd nach dem Täter interessant und knifflig gestaltet.

Diese Themenvielfalt in einer Radiostunde unterzubringen, das klingt nach hohem Tempo. Tatsächlich verspricht der vorlauflose Einstieg in die Geschichte diesbezüglich Einiges. Letztlich steht dem allerdings die Figur des Jac Garthmann etwas im Weg, die so ruhig angelegt ist, dass sie jede Hektik aus dem Plot nimmt.

So ist das Gehörte zwar interessant, die umfassende Spannung, die der Plot aufgrund der Papierform bieten könnte, kommt aber hier nicht wirklich zu Ohren.

Mit der Auswahl der Sprecher darf man zufrieden sein. Es gelingt nahezu allen, ihre Charaktere gut und glaubhaft darzustellen. Meine Schwierigkeiten habe ich noch immer mit der Figur des Jac Garthmann. Neben der bereits erwähten, für diese Geschichte zu ruhigen Gangart, wird zudem der Charakter noch immer nicht greifbar. Trotzdem man die Figur seit nunmehr drei Produktionen kennt, wirkt sie noch immer nicht ganz in sich stimmig. Sie liegt damit sicherlich zwar weitab davon, klischeehaft zu wirken, schafft es aber andererseits so auch nicht, eine gewisse Bindung zum Hörer aufzubauen. Dabei wären Figuren, die den Hörer direkt ansprechen, wichtig, allein schon, weil es aufgrund der seltenen Präsenz (nur 1-2 Folgen pro Jahr) der jeweiligen Ermittler, schwierig ist, einen Kult zu etablieren.

Die Inszenierung von Norbert Schaeffer ist in technischer Hinsicht nahezu perfekt. Stimmige Kulissen und passende Musikeinsätze, sorgen für nachvollziehbare Handlungsschauplätze.

Eigentlich bringt diese Produktion alles mit, um einen richtig guten und spannenden Radiotatort vorzulegen. Leider gelingt es nur bedingt, denn der Plot bringt deutlich mehr mit, als dass man dafür in einer knappen Radiostunde ausreichend Raum bieten könnte. Zudem bedingte es einer temporeicheren Darstellung, die wiederum nicht zum Stil des NDR-Ermittlerteams, und dabei insbesondere dem der Figur des Jac Garthmann, entspräche. So bleibt unterm Strich ein solider Eindruck, mehr leider nicht.»

📚 andere Folgen von Radiotatort

Ursendung: 15.07.2009

Als Download / Im Handel verfügbar seit / ab: 14.12.2017

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